Auf Kefenrod fixiert und weltweit orientiert
01.02.2012 - KEFENROD
Von Michael Giers
Die Firma Röder HTS Höcker in Kefenrod expandiert weiter in bemerkenswerter Art und Weise. Jüngst wurde das neue Betriebsgebäude mit einer Produktions- und einer Lagerhalle in der Gesamtgröße von 2400 Quadratmetern seiner Bestimmung übergeben, wobei sich zahlreiche Gäste einfanden - unter ihnen auch der örtliche Gemeindevorstand mit Bürgermeister Bernd Kling an der Spitze sowie sein Büdinger Amtskollege Erich Spamer und Erster Stadtrat Manfred Hix.
Sie alle konnten in Augenschein nehmen, was dort entstanden ist. Die Fertigungskapazitäten wurden erheblich erweitert. Derzeit geht eine hochmoderne CNC-gesteuerte Planenfertigung in Betrieb, die eine größere Unabhängigkeit von den Lieferanten zur Folge haben soll. Durch die Hallen- und Maschinenerweiterung, der ein Investitionsvolumen von über vier Millionen Euro zu Grunde liegt, sollen die Herstellungsprozesse weiter optimiert werden. Dies mit der klaren Zielsetzung, die gute Marktposition des weltweit tätigen Unternehmens weiter auszubauen.
Das braucht auch Mitarbeiter. Firmenchef Heinz Röder während seiner Ansprache: „Im abgelaufenen Jahr 2011 haben wir weitere 43 Leute eingestellt.“ Über 150 sind es jetzt insgesamt. Röder weiter: „Aber das hat man bisher offenbar nicht mal in Friedberg registriert. Die denken, hier im Ostkreis ist die Tundra und wir arbeiten in Sibirien. Dabei sind wir tatsächlich im gesamten Wetteraukreis einer der wenigen Betriebe, die daheim ihr Geld einsetzen. Im Gegensatz zu unserer Nachbarschaftskonkurrenz. Die haben in der Türkei investiert.“
60 Millionen Euro Umsatz hat Röder HTS 2011 gemacht. Der Unternehmensinhaber erinnerte an das vergangene Jahr, als der Neubau am Firmenstandort auf der anderen Seite der Straße realisiert wurde, was in Windeseile geschah, vom Bauantrag am 15. März bis zum Abschluss der Arbeiten im September. Das Bauamt habe hervorragend mitgewirkt, nur das Straßenbauamt in Gelnhausen trat auf die Bremse, weil ein Hang zum Neubau angeblich zu nah an der Straße errichtet worden sei. Aber auch dafür wurde eine Lösung gefunden.
Lösungen muss auch der neue Produktionsleiter Michael Wagenhäuser auf die Reihe bringen, der vor sechs Monaten bei Röder HTS anfing. Zunächst beginnt die Herstellung von eigenen Planen im Ein-Schichtbetrieb. Eine solche Schicht besteht aus 14 bis 18 Mitarbeitern. Wagenhäuser: „Das soll sich im Laufe dieses Jahres auf zwei Einheiten erhöhen. Am Ende ist ein echter Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr geplant.“
Für Kefenrods Rathauschef Bernd Kling Grund genug, um während seiner Grußworte darauf hinzuweisen, dass durch die Investition der hiesige Raum fürs Arbeitsleben attraktiver geworden sei. „Wir sind auch wer.“ Der Unternehmensmut von Heinz Röder sei zu bewundern. Das findet auch Büdingens Bürgermeister Erich Spamer, der insbesondere auf die Ostkreis-Situation einging: „Das ist wichtig für das gesamte geografische Umfeld. Arbeit sollte dort sein, wo die Menschen leben.“
Was die aktuelle Auftragslage bei Röder betrifft, sieht es auch 2012 sehr gut aus. BMW erhält zwei Doppelstockzelte für den VIP-Bereich bei der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (wie schon Audi zuvor). In Emden erweitert VW im dortigen Werk seine Produktion und wird das zumindest in den ersten Jahren in Zelt-Hallen von Röder HTS umsetzen.
In Russland, England und Frankreich boomt das Europageschäft. Absoluter Knaller unter den weltweiten Aktivitäten ist derzeit ein Großzelt in der Stadt Bata in Äquatorial-Guinea. Hier ist einer der Austragungsorte des gerade stattfindenden Fußball-Afrika-Cups. Röder HTS erhielt den Auftrag, das neue Flughafen-Terminal zu errichten. Das Unternehmen aus Kefenrod lieferte nicht nur die Hallen-Konstruktion, sondern auch die Klima-Anlage, die sanitären Anlagen, die Innenabtrennungen, Fußböden, Beleuchtungen, Walkways und Eingangspagoden. Alles aus einer Hand, bei einem Publikum aus aller Welt, welches dort landet und abfliegt.