Neuer DRK-Kreisgeschäftsführer nach 100 Tagen Amtszeit: Noch viele Herausforderungen
(wk). Die personellen Querelen im DRK-Kreisverband Büdingen, die zur Entlassung des Geschäftsführers und letztendlich auch zu einer Neubesetzung des kompletten Vorstands führten, sind offensichtlich Geschichte. Der neue Geschäftsführer Andreas Abert hat jetzt nach den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit seine Ziele für die Zukunft definiert: Der Kreisverband soll gestärkt werden und durch klare Strukturen in allen Bereichen in wenigen Jahren zur Créme de la créme gehören. Allerdings hat Abert den Begriff "in wenigen Jahren" bereits konkret mit Bedeutung gefüllt: Er meint damit den Zeitraum ab 2014.
Bis dahin will Abert den Kreisverband als Wirtschaftsunternehmen mit einer großen ehrenamtlichen Sparte, deren Bedeutung im DRK nicht unterschätzt und unterdrückt werden dürfe, als Arbeitgeber und Dienstleister attraktiver machen. "In fünf Jahren werden wir auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Rettungsdienst mit einem Personalmangel konfrontiert", prognostiziert der Geschäftsführer. Grund genug, schon jetzt zu handeln, um dann durch einen sehr gut aufgestellten und zukunftssicheren Kreisverband Mitarbeiter aus ganz Deutschland rekrutieren zu können.
Damit der Büdinger DRK-Kreisverband mit seinen derzeit 100 Mitarbeitern und einer Jahresbilanz von über zehn Millionen Euro künftig zur Spitze der Anbieter im Rettungswesen gehört, haben sich Abert und seine Mannschaft für die Zukunft einiges vorgenommen. Motiviert habe ihn vor allem das hervorragende und sehr engagiert mitarbeitende Team des Kreisverbands, das er bei seinem Amtsantritt vorgefunden habe, begründet Abert seinen Einsatz. Der 35-jährige Geschäftsführer unterstreicht, dass er auf die Unterstützung der Mitarbeiter großen Wert lege. "Einsame Entscheidungen des Geschäftsführers, an denen keiner der Betroffenen beteiligt ist, führen selten zum Erfolg - und schon gar nicht zur Motivation der Kolleginnen und Kollegen."
Der Motivation diene auch ein adäquates äußeres Erscheinungsbild. So hat Abert gleich dafür gesorgt, dass die Besatzungen der Rettungswagen einheitlich gekleidet sind. Aber auch das Handwerkszeug der Retter wurde optimiert. So wurden neue Defibrillatoren, ein Gerät zur Behandlung von akuten Herzerkrankungen, angeschafft und verbesserte EKG-Diagnostikgeräte. Auch zwei neue Rettungswagen wurden bestellt. Sie ersetzen zwei Fahrzeuge, die zwar erst sechs Jahre alt sind, aber deren Kilometerzähler mehr als 380 000 Kilometer ausweist. Das Gleiche gilt für ein neues Notarzteinsatzfahrzeug. Weniger für die Patienten sichtbar, aber trotzdem zu deren Vorteil, ist die EDV-Vernetzung der einzelnen Wachen untereinander und mit dem Kreisverband. Dadurch wird die Abarbeitung des bürokratischen Teils optimiert und beschleunigt, erläutert Albert.
Auf die Frage, ob er den Wechsel aus der freien Wirtschaft zu einem Dienstleister im öffentlichen Bereich bereue, kommt vom Geschäftsführer ein klares Nein. Dank der engagierten und sehr guten Belegschaft sei ihm der Wechsel leicht gefallen. Das Resümee der ersten 100 Tage fällt eindeutig aus: "Es macht Spaß, mit einem so hervorragenden Team zu arbeiten. Wir können und dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Bis zur Spitze warten noch viele Herausforderungen auf uns."