Ein dreifaches Hoch auf die Eidengesäßer Kerb
16.08.2010 - LINSENGERICHT
Kirchweih startet mit ökumenischem Gottesdienst und Aufstellen des Kerbbaums - Kulturgemeinde dieses Jahr Ausrichter
(gam). Gemeinsames Feiern, Lachen, „Babbeln“ und Tanzen, stand über drei Tage bei der Kerb in Eidengesäß im Vordergrund, die in diesem Jahr von der Kulturgemeinde unter der Leitung des Vorsitzenden Werner Weitershagen mit viel Unterstützung anderer Vereine und Menschen aus dem Dorf veranstaltet wird. Bereits seit Dienstag vergangener Woche liefen die Vorbereitungen.
Den Auftakt in dem großen Zelt auf dem Festplatz bildete ein feierlicher, ökumenischer Gottesdienst, den die evangelische Pfarrerin Manuela vom Brocke und der katholische Pfarrer Karl-Peter Klein zelebrierten. In ihrer Predigt gingen sie auf das gemeinsame Miteinander in einer Stadt oder einem Dorf ein, wie es beispielhaft ist bei der Ausrichtung der Kerb. Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Musikverein Eidengesäß umrahmt und anschließend hatte die Bevölkerung Zeit, sich zunächst einmal zu stärken. Gut wurde dabei das neue „Kultur Kaffee“ angenommen, das zum ersten Mal im Zelt für die Kaffeezeit mit selbst gemachten Kuchen gemütlich eingerichtet wurde. Dafür ist der Bierwagen gewichen. Nicht fehlen durfte die Haifischbar für gesellige Stunden am Abend, ebenso wie das große Kerbzeltbild aus dem Jahr 1978, gemalt von Heinrich Weitzel.
Dann wurde von den stärksten Männern aus dem Ort traditionell der Kerbbaum ausschließlich mit Muskelkraft und Hilfsmitteln wie Seilen und Stangen aufgestellt. Dazu spielte der Musikverein fröhliche Lieder und viele Kerbbesucher waren gekommen, um sich das Schauspiel anzusehen. Der Baum war zuvor von einer Gruppe Frauen aus dem Dorf geschmückt worden.
Als der Baum sicher stand, stiegen Vertreter der fünf Vereine, die über Jahre die Kerb ausrichteten, auf eine große Leiter, um die Vereinswappen an den Kerbbaum zu nageln; vorneweg Vorsitzender Weitershagen, der auch als erster die Kerb mit drei Hochs von oben herab einläutete. Ihm folgten die anderen Vereinsvertreter, die die Kerb ebenfalls hochleben ließen. Heute wird die Eidengesäßer Kerb aber nicht mehr von allen fünf Vereinen durchgeführt, sondern Spielmannszug, Fußballer und Kulturgemeinde wechseln sich ab. Nachdem alle Vereinswappen hingen, zapfte Bürgermeister Albert Ungermann gekonnt das Bierfass an und ließ es in viele Gläser rinnen.
Am Abend spielte wieder der Musikverein Livemusik zum geselligen Beisammensein. Zwischendrin gab es die traditionelle „Kerbversteigerung“, bei der das Kerbbier für den Montagsfrühschoppen ersteigert wurde. Denn heute soll das ersteigerte Bier der Kerbburschen oder Kerbmädchen zu günstigeren Preisen verkauft werden.