Kämpfer für den Glauben, Ansprechpartner für die Jugend: Gedenkgottesdienst für den kürzlich verstorbenen Seelsorger
(gam). „Wir können es noch gar nicht fassen“, sagte Dekan Klaus Brill vom Kirchenkreis Gelnhausen am Samstagmorgen in der Bergkirche zu Niedergründau beim Gedenkgottesdienst zu Ehren von Pfarrer Burkhard Kalden. Der Seelsorger war am 17. Juli überraschend gestorben. Menschen aus dem ganzen evangelischen Kirchenkreis Gelnhausen seien traurig und tief betroffen.
Eine große Gemeinde füllte die Plätze in der Bergkirche. „Wir beide waren nicht immer einer Meinung, haben viel diskutiert und nachgedacht und haben auch viel gelacht“, blickte Dekan Brill auf die drei Jahre zurück, in denen er als Dekan mit Pfarrer Burkhard Kalden zusammenarbeitete. Noch am 9. Juni hätten der Humor und die Schlagfertigkeit von Burkhard Kalden bei einer Regionalkonferenz der Pfarrerinnen und Pfarrer dafür gesorgt, dass man viel mehr gelacht habe als je zuvor. Dekan Brill hob hervor, dass sich Pfarrer Kalden mit großem sozialem Engagement für die Diakonie eingesetzt habe. Außerdem sei ihm die Musik sehr wichtig gewesen. Das habe sich besonders an der Renovierung der Ratzmann-Orgel gezeigt. Schon in der Studentenzeit hat sich Pfarrer Burkhard Kalden sehr für die Jugendarbeit interessiert und ist im CVJM aktiv gewesen. Während seiner Studienzeit hat Pfarrer Kalden geheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder - Tobias, Sebastian und Johanna - hervor. Die ganze Familie war bei der Trauerfeier anwesend. Neben der Theologie, die Pfarrer Burkhard Kalden in Göttingen und Mainz studiert hatte, studierte er auch zwei Semester Mathematik. „Die Familienfürsorge und die Musik prägten sein Leben“, sagte Dekan Brill. Dabei habe sich Pfarrer Kalden nicht immer angepasst, sei aber immer ehrlich und offen gewesen. Sein Glaube habe ihm für seine tägliche Arbeit Kraft gegeben. Für den Kirchenvorstand sprach Werner Menzel. Manche neue Sichtweise habe Pfarrer Kalden in die Gemeinde hineingebracht, nicht radikal, aber nach und nach. „Oft mussten wir einsehen, dass sich die Zeiten gewandelt haben und Altbewährtes keinen Bestand mehr hatte“, sagte er. Offene, begeisternde und mutige Worte habe Pfarrer Burkhard Kalden gehabt. So habe er auch gewirkt und gehandelt. Pfarrer Kalden habe stets gemahnt, neue Zeiten ernst zu nehmen und die Worte und Beispiele Jesu heute wirksam werden zu lassen. Dabei habe er immer alle Ortsteile der Kirchengemeinde im Blick gehabt. Nur so konnte es gelingen, dass sich alle Menschen in der Gemeinde für die Renovierung der Ratzmann-Orgel begeisterten. Mit der Gründung der Kirchenband „Seven2one“ habe Pfarrer Kalden die Jugend für die Kirchenmusik begeistert. So habe er sich selbst ein Stück Jugendlichkeit erhalten. Auch auf ältere Gemeindeglieder sei der Funke der jungen Kirchenmusik übergesprungen. „Auf ihn war Verlass, wir lobten sein vielfältiges Engagement in seiner Gemeinde“, so Menzel.
Seit der Gründung des Fördervereins „Ratzmann-Orgel“ war Pfarrer Burkhard Kalden Vorsitzender, habe die Restaurierung geplant und erfolgreich die Spendenaktionen organisiert, betonte Richard Schweinsberger vom Vorstand des Fördervereins. Er hielt einen Nachruf gemeinsam mit Barbara Habermann. Diese sagte, dass die Musik für Pfarrer Kalden immer ein großes Anliegen war. Er habe die Kirche den Ortsvereinen gerne als Konzertort angeboten, habe sie aber auch für Konzerte von überregionaler Bedeutung geöffnet. „Lieber Burkhard Kalden, wir sind stolz und traurig und werden in deinem Sinn weitermachen“. Auch seine Bandmitglieder nahmen Abschied. Die Ansprache des jungen Mannes wurde von Tränen unterbrochen. Als Bandleader war Pfarrer Kalden den jungen Menschen ein guter Freund geworden. „Wir sind dir dankbar für die schönen Jahre und, dass du stets ein offenes Ohr für uns hattest und immer für uns da warst.“