Fahrradwege, „Wildes Parken“ und Bestattungen unterm Baum
23.01.2012 - GRÜNDAU
Ortsbeirat Rothenbergen unterwegs: Mitglieder nehmen „Brennpunkte“ in Augenschein
(dbo). Wildes Parken, fehlende Straßenmarkierungen, zu kurze Fahrradwege und die geplante Baumbestattung auf dem Friedhof beschäftigten den Rothenberger Ortsbeirat bei einer Ortsbegehung am Samstagmorgen. Bei Regenschauern und eisiger Kälte drückte zunächst der Fahrradweg aus Richtung Lieblos aufs Gemüt. „Viele Fahrradfahrer sehen das Ende ganz einfach nicht“, lautete die Kritik.
Angeregt wurde eine Verlängerung bis vor das Dorfgemeinschaftshaus. Knackpunkt ist hier aber die Ausfahrt vom Parkplatz des Gebäudes, die Autofahrer unvorsichtig passieren würden. Gefordert wurde eine zusätzliche Beschilderung. „Eigentlich soll der Schilderwald abgebaut werden“, erwiderte Bürgermeister Heiko Merz (SPD). Die Straßenverkehrsordnung sehe es ohnehin vor, Fußgängern und Radfahrern die Vorfahrt zu gewähren. Angeregt wurde zudem eine optische Markierung, beispielsweise in Form eines Fahrradkreuzes. Die Ampeln an der Apotheke und in der Bahnhofstraße hätten ihre Bedeutung verloren, kritisierte Klaus Dembinski (SPD). Sinnvoll sei eine Verlegung an das Dorfgemeinschaftshaus. An der Eisdiele gebe es auch für die Schüler keine Möglichkeit, die Straße sicher zu queren. „Und die Verkehrszahlen sind nicht unerheblich“, ergänzte Ortsvorsteher Franz Porstner (SPD). Der Ortsbeirat beschloss letztendlich die Erstellung eines Konzepts und Verkehrsgutachtens. „Dabei werden dann alle Einmündungen am Radweg unter die Lupe genommen,“ so Merz.
„Wildes Parken“ vor einem Schaukasten auf dem Gehweg nahe der Gaststätte „Zum Bogen“ beschäftigte ebenfalls die Mandatsträger. Ein Poller soll hier Abhilfe schaffen. Das gleiche Problem bietet sich am Kindergarten am Feuerwehrgerätehaus: Hier besteht dringender Handlungsbedarf, das Park- und Halteverbot mit zusätzlichen Boden-Schraffierungen und einer erneuerten Beschilderung, auch am Feuerwehrhof, hervorzuheben. „Morgens um 8 Uhr herrscht hier Chaos, wenn die Eltern ihre Kinder zum Kindergarten bringen“, verdeutlichte Wehrführer Rainer Endlicher. Die Einsatzausfahrt werde blockiert und die schweren Einsatzfahrzeuge müssten zig mal hin und her rangieren. „Wir können unsere Hilfsfrist dann nicht mehr einhalten“, warnte der Wehrführer. Auch in der Alten Dorfstraße erhitzt die Parksituation die Gemüter. „Mit den Anwohnern sind wir nicht auf einen Nenner gekommen“, erinnerte Ursula Neumann (CDU) an Gespräche am „runden Tisch“. Es sollten grundsätzlich Bilder an die Gemeinde geschickt und Anzeige erstattet werden, forderte Merz. Kontrollen seien nur selten möglich und der Freiwillige Polizeidienst sei nicht zuständig. „Trotzdem verschließt der Polizeidienst nicht die Augen“, stellte Merz klar. Nun soll ein einseitiges Parkverbot zum Schutz der Fußgänger und zur Ermöglichung des Schwerlastverkehrs geschaffen werden. Dem Vorschlag wurde einstimmig entsprochen.
Die ehemalige Metzgerei Stumpf mit Wohnhaus in der Frankfurter Straße befindet sich in einem desolaten Zustand. „Hier sind uns wegen des Privatbesitzes die Hände gebunden. Wir können jedoch versuchen, mit dem Besitzer Kontakt aufzunehmen und ihn über das Dorferneuerungsprogramm informieren“, betonte der Bürgermeister. Eine Bezuschussung von 25 Prozent für die erforderlichen Maßnahmen sei durchaus möglich. Auf dem Friedhof informierte das Gemeindeoberhaupt, dass man an einer Kostenlösung für die Renovierung der Außenfassade der Trauerhalle arbeite. Thema waren auch die Baumbestattungen auf dem alten Teil des Friedhofs. Hier werde man Eichen und Buchen bevorzugen. „Zunächst sind sieben Bäume und acht Grabstätten geplant“, so Merz. Später seien an jedem Baum zwölf Urnenbeisetzungen möglich. Familien könnten sich gar einen Teil eines Baumes kaufen. Die Gebühren würden an die derzeitigen angepasst. An den Wegen sind zudem Tafeln mit den Namen der Verstorbenen geplant. „Dadurch bekommt auch unser Ehrenmal wieder einen ganz anderen Wert“, betonte Merz.