Von Elsbeth Ziegler
Musik, Theater, Märchen, Gedichte und was Gutes zu Essen: Ein Jubiläum, wie es eines Kulturvereins würdig ist, feierte der Bad Orber Kulturkreis mit Mitgliedern und Gästen im Vortragssaal der Neuro-Orthopädischen Reha-Klinik in Bad Orb.
Ein schönes und lockeres Fest begann mit einem Sektempfang und einem fröhlichen Wanderlieder-Potpourri mit dem „Chor St. Martin“. Wie auch beim späteren „Sister Act“-Medley begleitete Chorleiter Helmuth Smola am Klavier. Viel Beifall gab es auch für den Ausschnitt aus dem „Revisor“, der Komödie, die die Theatergruppe „Peter von Orb“ im November aufführt. Den Programmabschluss gestalteten Reinhilde Bartmer-Freund und Ulrich Freund vom Märchenkreis mit dem lustigen Märchen von „Hühnchen und Hähnchen“ und Versen von Theodor Fontane, die Ulrich Freund teils kurzerhand zum Geburtstagsgedicht umgetextet hatte. Schriftliche Glückwünsche und eine Spende kamen vom Geschichts- und Heimatverein.
Im Juni 1995 wurde der Kulturkreis aus der Taufe gehoben. Heute hat er mit Chor, Theatergruppe und Märchenkreis drei Abteilungen und fast 200 Mitglieder. „Mit rund 500 Einzelveranstaltungen in diesen 15 Jahren war der Kulturkreis wohl einer der aktivsten Vereine im kulturellen Veranstaltungsbereich unserer Heimatstadt“, erklärte Vorsitzender Werner Johanns. Weitere Veranstaltungen, wie die Jugendliteraturwoche, die Kunstausstellung „Dialog der Elemente“, das Jugend-Abo oder Aktivitäten des Stadtmalers Helmut Jahn wurden unterstützt. Dies alles bedinge aber viel Arbeit und engagierte Mitglieder sowie Unterstützung durch Sponsoren. Hilfreich hätten auch die früheren Bürgermeister Metzler und Storck dem Verein zur Seite gestanden. Ein offenes Ohr zeigten nun auch Kurdirektor Dr. Steinhardt und Bürgermeisterin Uhl.
Dem Rückblick folgte ein Blick in die Zukunft. Dass in Zeiten knapper Kassen die Zuschüsse zur Kulturarbeit immer wieder empfindlich gekürzt werden, belegte Johanns mit Beispielen. Gemeinsame Konzepte, Nutzungsvereinbarungen und Bereitstellung von Räumlichkeiten könnten hier helfen.
„Der Kulturkreis ist eine der tragenden Säulen in Bad Orb“, würdigte Stadtverordnetenvorsteher Heinz Grüll, „sein Jahresprogramm umfasst fast soviel wie das Programm anderer Kurorte.“ Mit einem Dankeschön für die ganze Stadt gratulierte die Rathauschefin Helga Uhl. Sie sprach von Vielseitigkeit, Engagement, Ideenreichtum, harter Arbeit und einem intakten Vereinsleben und konstatierte: „Eigentlich ist ihr Verein der Kulturbeauftragte der Stadt.“ Im Namen der Kur- und Marketinggesellschaften gratulierte Dr. Jörg Steinhardt. Er lobte die gute Zusammenarbeit und das interessante Programm und schloss mit den Worten: „Der Verein hat sein Niveau gehalten.“
Die Jubiläumsveranstaltung war auch eine gute Gelegenheit, sich von Kerstin Zischka zu verabschieden, die fast acht Jahre lang die Schauspielabteilung geleitet hat. Ihr Nachfolger wurde Eberhard Eisentraud. Dank mit Blumen sagte er auch der stellvertretenden Abteilungsleiterin Andrea Schweitzer und Helga Hartmann, die seit 15 Jahren das Gästebuch mit schönen Zeichnungen und Schriften bebildert.