Landratskandidat Carsten Kauck (Freie Wähler) stellt sich beim Monatstreff der Bürger für Gelnhausen vor - Diskussion
(maw). Carsten Kauck, Landratskandidat der Freien Wähler im Main-Kinzig Kreis, hat sich anlässlich des öffentlichen Monatstreffs der Bürger für Gelnhausen (BG) in der Gaststätte „Zur Post“ dieser Tage vorgestellt. „Wer die letzten Diskussionen im Kreistag verfolgt hat, der hat gesehen, dass nicht nur wir Freien Wähler mit der Großen Koalition unzufrieden sind, sondern das auch SPD und CDU auf neue Mehrheiten nach der Kommunalwahl 2011 hoffen“, sagte Kauck. Der Landratskandidat der Freien Wähler sieht seine Gruppierung als „Anwalt der Kommunen“ im Main-Kinzig-Kreis. „Wir Freien Wähler sind parteiunabhängige Bürger, die sich für die Entwicklung ihrer Gemeinden vor Ort politisch einsetzen“, betonte er. Die Politik der Großen Koalition habe gezeigt, dass keine der beiden großen Parteien bereit sei, über Parteigrenzen hinaus für das Wohl der Bürger zu arbeiten. Gerade die CDU mit ihrem Kandidaten Günter Frenz vermeide es tunlichst, über ihre Abgeordneten im Hessischen Landtag Einfluss auf die Politik zu nehmen. Der Kreis bekomme immer mehr Aufgaben von der Landespolitik zugewiesen, die Refinanzierung dieser Aufgaben bliebe dann allerdings den Landkreisen vorbehalten, kritisierte er.
Seine Kandidatur als Landrat sehe er als Alternative zu den bestehenden Verhältnissen, machte er deutlich. „Es kann nicht sein, dass diejenigen, die für die desolate Finanzsituation des Main-Kinzig-Kreises maßgeblich verantwortlich sind, weiterhin an der Spitze des Landkreises stehen sollen“, sagte Kauck.
Er selbst beschrieb sich als unverbrauchten, erfahrenen Kommunalpolitiker, der durch sachliche Argumentation und pragmatisches Vorgehen eine ernst zu nehmende Alternative darstelle. Intelligentes Sparen und der Verzicht auf kostspielige Stellenbesetzungen aus parteipolitischen Gründen nannte Carsten Kauck als erste Mittel, um der Finanzmisere im Kreis zu begegnen. Er kritisierte die Ausgliederung wichtiger Betriebe wie der Krankenhäuser und der Volkshochschule in eigenständige Unternehmen, da somit keine Kontrolle durch das Parlament mehr gewährleistet sei. „Wenn diese Unternehmen nicht erfolgreich sind, ist der Kreistag in der Verantwortung und muss dann zustimmen, ohne vorher seine Kontrollfunktion ausüben zu können“, warnte er.
Kauck sprach sich auch gegen die Umwandlung des Hallenbad-Zweckverbandes Gelnhausen in eine GmbH aus. Was bei einem Spaß- oder Wellnessbad sinnvoll sein könne, müsse nicht automatisch auch für ein reines Sportbad gelten, kritisierte er. Gerade im Bereich des Schulsports sehe er den Kreis als Schulträger in der Verantwortung. Kauck sprach sich auch gegen die Schaffung eines Großkreises „Rhein-Main“ aus, um dadurch Kosten in der Verwaltung zu sparen. Gleichwohl sprach er sich für eine stärkere Zusammenarbeit von Landkreisen und Kommunen aus. Der Landratskandidat der Freien Wähler brachte dagegen die Abschaffung der Regierungspräsidien in die Diskussion ein, da mit der Abschaffung dieser Verwaltungsebene eine spürbare Kostensenkung erreicht werden könnte.
Für Gelnhausen nannte er den Ausbau der Bahnstrecke und die Sanierung des Bahnhofes als wichtiges kommunalpolitisches Ziel für die kommenden Jahre. Im Anschluss an seine Vorstellung diskutierte Kauck mit den Vertretern der Bürger für Gelnhausen und interessierten Bürgern über die von ihm gemachten Vorschläge.