"Eine Stadt steht auf...": Bands aus ganz Deutschland auf der Müllerwiese - Eintritt frei
(as). Rockmusik und deutliche, aber auch zum Nachdenken anregende Worte von Politikern, Gewerkschaftsleuten, Pfarrern und Vereinsvertretern stehen am 5. September auf der Gelnhäuser Müllerwiese im Mittelpunkt des Festivals "Eine Stadt steht auf - Für mehr Toleranz und Demokratie". Mit dieser Veranstaltung will ein Aktionsbündnis, dem neben diesen Institutionen auch zahlreiche engagierte Jugendliche und Bürger angehören, den Plänen der NPD entgegen treten, die an diesem Tag einen Infostand mit anschließender Podiumsdiskussion plant (wir berichteten).
Weil die Rechten morgens um 9 Uhr mit ihren Aktivitäten starten wollen, beginnt das Rockfestival ebenfalls um 9 Uhr. Dann steht mit den "Hound Dogs" die in der Region bekannteste Rock'n'Roll-Formation auf der Müllerwiesen-Bühne im Herzen Gelnhausens. Um 10.50 Uhr spielt mit "Krüger Rockt!" die schärfste Rock'n'Roll-Band seit Einführung der Anschnallpflicht auf. Der bekannte Heidelberger "Boogie Woogie"-Pianist Harald "Lee" Krüger spielt das Piano mit Händen, Füßen und anderen Körperteilen. Zu hören gibt es alles, was die 50er zu bieten hatten: Songs von Chuck Berry, Little Richard, Bill Haley, Everly Brothers, Jerry Lee Lewis, Elvis, Gene Vincent, Buddy Holly und vielen mehr. Mit Hardrock und Rock aus den 70er und 80er Jahren stehen um 12.40 Uhr die Linsengerichter Lokalmatadoren "Lentil Dish" auf der Bühne, bevor um 14.20 Uhr "BrässKopp", die Abiband des Grimmelshausen-Gymnasiums aus dem vergangenen Jahr, zeigt, wie sich Disco-, Rock- und Popstücke mit 13 Musikerinnen und Musikern - darunter fünf Bläsern - so interpretieren lassen, dass man einfach mittanzen muss. Ein Zeichen gegen rechts setzen auf der Gelnhäuser Müllerwiese ab 16 Uhr "Peilomat", die durch Stefan Raab, ihre EM-Hymne "Allemann" mit TV-Star Elton und als Vorband von "Tokio Hotel" deutschlandweit bekannt geworden sind. Deutschrock zwischen "Selig" und den "Ärzten" präsentieren die drei Mittzwanziger am 5. September.
Die Liste der Redner "SixSixFour" haben es als Iron-Maiden-Cover-Band bis ins Finale von "Hessen rockt" geschafft und begeisterten jüngst beim "Linsenrock-Festival". Sie betreten die Müllerwiesen-Bühne um 18 Uhr und heizen für die Gelnhäuser Metalband "Eqaluniqe" ein, die das Festival headlined und ihren Fans ein paar ganz spezielle Gäste aus der heimischen Metal- und Hardcore-Szene verspricht. Die Bands verzichten allesamt auf Gage, der Eintritt zum Festival ist frei.
Für die Organisationen und Institutionen, die sie repräsentieren, reden laut vorläufigem Plan: die Gelnhäuser Stadträte Karl Franz und Dieter Ullrich (8.50 Uhr), Stadtverordnetenvorsteherin Doris Maria Viel und Veritas Betriebsratsvorsitzender Klaus Opalla (10.15 Uhr), Dekan Klaus Brill und Pfarrer Manuel Neumann (12.05 Uhr), Main-Kinzig-Landrat Erich Pipa und Schulvertreter (13.45 Uhr), Erster Kreisbeigeordneter Günter Frenz und Jugenddezernent Dr. André Kavai (15.25 Uhr), Frank Schmid und Gerhard Naumann für die Gelnhäuser Vereine (17.30 Uhr) und Vertreter der Gewerkschaften (19.05 Uhr). Dann steht auch die Satire-Gruppe "Front deutscher Äpfel" auf der Bühne.