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Flörsbachtal  

Kulturwochenende erwacht nach zehn Jahren zu neuem Leben

26.07.2010 - FLÖRSBACHTAL

Aquarelle, Betonskulpturen, Bleistift- und Kreidezeichungen und vieles mehr: Zahlreiche Künstler aus der Region stellen in Lohrhaupten ihre Werke aus

(gt). Die alten Scheunen entlang der Dünkelbachstraße im historischen Ortskern von Lohrhaupten boten das ideale Ambiente für die Kunstwerke, die verschiedene Aussteller im Rahmen des Flörsbachtaler Kulturwochenendes präsentierten.

Zur Eröffnung begrüßte Rolf Jülg, Mitglied des Gemeindevorstandes, am Samstagnachmittag die Gäste im Sitzungssaal des Rathauses, der an beiden Tagen auch den Werken der jungen Künstlerinnen aus der Malschule von Vera Kalkbrenner gewidmet war. Sein Dank galt dem Kulturverein, dem es gelungen war, das Kulturwochenende wieder zu beleben. Vor rund zehn Jahren hatte es in dieser Form zum letzten Mal stattgefunden.

Davor hatte Beate Hübner entscheidend am Aufbau der Kulturwerkstatt Flörsbachtal, die 1987 in der Alten Schule in Lohrhaupten eröffnet worden war, mitgewirkt. Dort wurden den Bürgern Möglichkeiten zum kreativen Tun angeboten. Gleichzeitig mit der Kulturwerkstatt war in der Lohrhaupter Schule eine Wohnung für asylsuchende Künstler eingerichtet worden. 1985 initiierte Beate Hübner mit Unterstützung von Bürgermeister Krätschmer das erste Kulturwochenende in der Gemeinde Flörsbachtal. Sie war ab 1992 Kulturbeauftragte der Stadt Wächtersbach, von 1989 bis 1996 Mitglied in der Kulturpreisjury und wirkte an der Gemeinschaftsausstellung der Preisträger 1989 in Gelnhausen mit. 1997 starb Beate Hübner unerwartet im Alter von 53 Jahren. Ihr früher Tod war Anlass, den Kulturverein Flörsbachtal zu gründen. „Das Kulturwochenende weiter zu organisieren, erwies sich als schwierig, da man nicht gleich Kontaktpersonen und Aussteller finden konnte. Das musste alles erst nach und nach aufgebaut werden“, so Dr. Christian Mann vom Vorstand des Kulturvereins.

Beim anschließenden Rundgang konnte man die verschiedenen Ausstellungen der einheimischen und auswärtigen Künstler bestaunen. Corinna Kaske ließ sich beim Modellieren von Keramiken über die Schulter schauen. Außerdem malt die Künstlerin aus Aschaffenburg. Ihre Bilder zeigen vor allem Frauen und Kinder verschiedener Nationen. „People who are darker than blue“ nennt Brent Jones seine Werke, auf denen ausschließlich farbige Personen zu sehen sind. Von 2001 bis 2004 hatte er bereits das Atelier von Beate Hübner in der Alten Schule übernommen und im Kindergarten und in der Schule ab und zu unterrichtet.

Ulrike England aus Bieber und Claudia Patten aus Lohrhaupten konnte man beim Modellieren von Betonskulpturen zusehen. Die Kissen aus Beton sahen verblüffend echt aus. „Größere Figuren aus Ton lassen sich nur schwierig herstellen. Beton hat außerdem den Vorteil, dass das Material frostbeständig ist“, so die Künstlerinnen. Im Haus der Vereine waren die Aquarelle, Bleistift- und Kreidezeichnungen von Barbara Schmidt zu bewundern. Ingrid Müller aus Lohrhaupten hatte im Urlaub ihr Talent und ihre Leidenschaft für Aquarellmalerei entdeckt und präsentierte eindrucksvolle Landschaften.

Uschi Ellison aus Aschaffenburg, die mit einem Afroamerikaner verheiratet ist, hatte sich durch dessen Herkunft inspirieren lassen. Ihre Motive sind unter anderem Portraits berühmter Persönlichkeiten wie Barack Obama und Michael Jackson.

Weitere Aussteller waren Helmut Kunkel, Waltraud Krug, Wolfgang Stiller und Nina Sakschewski. Die passende Atmosphäre zum Plaudern bot der wunderschön gestaltete Garten der Familien Scheidemantel und Klünder. Dort fand jeder Besucher ein lauschiges Plätzchen, an dem er aus der Sommerküche kalte Getränke, Kaffee und Kuchen genießen konnte.

Rolf Jülg (2. von links) und Winfried Knauff (2. von rechts) zusammen mit den jüngsten Künstlerinnen.	Foto: Sinsel

Rolf Jülg (2. von links) und Winfried Knauff (2. von rechts) zusammen mit den jüngsten Künstlerinnen. Foto: Sinsel Vergrößern

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