Ein neuer Schatz ziert die Museumsküche
06.03.2010 - BRACHTTAL
Bürgermeister Mirko Schütte übergibt Einrichtung aus Möbelfabrik Eisenhammer - Neue Keramik-Sonderausstellung
(an). Ein wahrer Schatz, frisch restauriert, ziert jetzt die Küche des Brachttalmuseums in Spielberg. Bürgermeister Mirko Schütte übergab die Einrichtung, die 1925 in der Möbelfabrik Neuenschmidten hergestellt wurde, am Donnerstagabend offiziell an den Museums- und Geschichtsverein. Der bereitet zudem eine neue Sonderausstellung vor, die wiederum in Sammlerkreisen überregional für Aufmerksamkeit sorgen dürfte: "Waechtersbacher Steingut - die 20-er Jahre - vom Jugendstil zum Art deco".
Und so präsentiert sich das Erdgeschoss des Brachttal-Museums nun sehr verändert. Der alte gußeiserne Herd steht noch in der Museumsküche - ansonsten wird sie nun von dem fachgerecht restaurierten Schmuckstück dominiert, von der Küche, Modell "Gerta" aus dem Jahr 1925, komplett mit der dazugehörigen Keramik-Garnitur "Stuttgart" aus der Schlierbacher Keramikfabrik, Dekornummer 2551 (schwarz), exakt so, wie es seinerzeit der Katalog aus der fürstlichen Möbelfabrik in Schloss Eisenhammer darstellte. Nebenan, im Ausstellungsraum, werden die Vitrinen derzeit von zahlreichen Helfern des Vereins mit einer neuen, hochkarätigen Sonderausstellung bestückt, die am 11. April offiziell eröffnet werden soll.
Bei der Übergabe der Küche sagte Ulrich Berting vom Museums- und Geschichtsverein: "Heute ist für das Brachttal-Museum ein ganz besonderer Tag." Dies sei eine Küche, wie sie in ihrer Gesamtheit nur ein einziges Mal erhalten geblieben sei. Sie besteht aus einem Küchenschrank, einem Tisch mit Stühlen sowie einer Anrichte - alles bestückt mit passenden Keramikbehältnissen. Ulrich Berting dankte der Gemeinde und besonders Bürgermeister Mirko Schütte für die Unterstützung. Der Bürgermeister habe den Worten Taten folgen lassen. Schütte habe gehandelt, als wertvolle Gemälde Christian Neureuthers vom Verfall bedroht waren - ebenso im vergangenen Jahr, als es darum ging, die Küche zu erwerben. Die sei inzwischen von Schreinermeister Peter Schmidt aus Ulmbach aufgemöbelt worden. Diese Küche sei erstmals im Werkskatalog aus dem Jahr 1925 aufgetaucht und habe damals komplett 766,90 Reichsmark gekostet. Der Lehrer Hinkel aus Schlierbach habe sie damals erworben und seiner Tochter zur Hochzeit geschenkt. Seitdem habe sie in der Wächtersbacher Straße in Schlierbach gestanden. Er, Berting, sei glücklich, dass die Küche nun ihren Platz im Brachttal-Museum gefunden habe.
Mirko Schütte dankte für das Lob und gab es zurück. Der Verein stelle vielfältige Sachen auf die Beine, Ausstellungen, Vorträge, Modenschauen und vieles mehr. Für die Gemeinde könne es nichts Besseres geben als solche Kulturhüter. Bei der Küche habe der Verein die Chance ergriffen, und er habe ohne Zögern die erforderlichen 2000 Euro eingestellt. Eile sei geboten gewesen, denn es hätten auch schon Antiquitätenhändler an der Kücheneinrichtung Interesse gezeigt. Die Kosten für die Restaurierung habe dann der Museums- und Geschichtsverein getragen.
Auch wenn vieles noch in Kartons verpackt ist - Ulrich Berting gewährte anschließend noch erste Einblicke in die neue Keramik-Sonderausstellung. Mehr als 20 Sammler hätten dafür Leihgaben zur Verfügung gestellt, darunter hochwertige Jugendstil-Gefäße aus der Kunstabteilung Eduard Schweitzers. Zum Jugenstil gesellt sich das Art deco. Mehr als 300 Exponate, kündigte Ulrich Berting an, werden ab dem 11. April im Museum zu sein. Dies werde eine Ausstellung von überregionaler Bedeutung sein, die mindestens bis Jahresende gezeigt werde. Zu den Raritäten dieser Ausstellung - alles aus der Produktion der Waechtersbacher Keramik - zählen auch metallisch gläzende Vasen mit "Enduit-Lüsterfond-Glasur, Dekornummer 2729", beschreibt es Ulrich Berting präzise. Dazu gesellen sich farbenfrohe Geschirre, die die "Goldenen Zwanziger" widerspiegeln.