Umwelt-Staatssekretär Mark Weinmeister diskutiert im Kasseler Bürgerhaus über das Problem der Wildschweinschäden
(wma). Zahlreiche Vertreter aus den regionalen Forstbetrieben, den Jagdverbänden sowie aus dem Kreisbauernverband folgten am Freitagvormittag einer Einladung der CDU-Kreistagsfraktion zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Wildschweinschäden in der Region. Auch der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Mark Weinmeister, war ins Kasseler Bürgerhaus gekommen, um sich über die Situation vor Ort zu informieren und sich den Fragen der Anwesenden zu stellen.
Dass diese Schäden schon seit Jahren überhand nehmen, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Als Ursachen für die gewachsene Schwarzwildpopulation wurden verschiedene Faktoren angeführt: Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, der zu mehr Anbauflächen auch in Waldnähe führte, vermehrter Maisanbau, vor allem in der Nähe von Biogasanlagen, aber auch der Klimawandel und die schweren Stürme in der Vergangenheit, die zu einer Ansiedlung von Dickungspflanzen auf den ehemaligen Wurfflächen führte. Dies alles biete ideale Lebensbedingungen für die Wildschweine, hinzu kommt: „Die Sauen sind Kulturfolger geworden“, so Karlheinz Hölzinger, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Gelnhausen. Dass hier noch weiterer Forschungsbedarf besteht, war allen Anwesenden klar. Doch es müsse auch verstärkt gehandelt werden. „Hier ist der Jäger gefragt“, so der Tenor der Versammlung. Obwohl Hessens Jägerschaft mit einer Strecke von 78000 Stück Schwarzwild in der vergangenen Jagdsaison ein stolzes Ergebnis vorweisen könne, bestehe hier noch Optimierungsbedarf. Die Teilnehmer der Versammlung waren sich einig darin, dass nicht nur die revierübergreifende Jagd ein sinnvolles Ziel sei - denn hier gäbe es auch einige Uneinsichtige -, sondern auch die länderübergreifenden Maßnahmen an der hessisch-bayerischen Landesgrenze, die zum Teil schon praktiziert werden. Absoluten Vorrang habe die Gemeinschaftsjagd. Denn: Auch wenn zurzeit noch 70 bis 80 Prozent des Schwarzwildabschusses vom Einzelansitz aus erfüllt würden, so sei dies eher ein Beleg für das bestehende Problem, dass es zu wenig Gemeinschaftsjagden gebe.
Vor allem in Biebergemünd sind es weniger als in anderen Gemeinden die Ackerflächen, die von den Schwarzwildschäden betroffen sind, hier geben die zahlreichen Grünlandflächen Anlass zur Sorge. Von den Eigentümern werden zum Teil große Anstrengungen erbracht, um die Schäden in Grenzen zu halten, doch dies reiche bei weitem nicht aus. Vor allem im Bereich der Fauna-Flora-HabitatGebiete müsse mehr getan werden, um die Wildzahlen zu reduzieren. Mit der Bitte an Weinmeister, weiter an diesem Thema zu arbeiten, schloss die Versammlung.