17. Mai 2012 10:37 Uhr
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Gelnhäuser Tageblatt

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Kultur 

Zum Auftakt „Die glorreichen Sieben“

17.01.2012 - GELNHAUSEN

„Saxsation! Sensaxion!“: Musikschule Main-Kinzig organisiert Workshop für Saxofonisten - Ziel: ein Ensemble

(stm). Als würde ein kleines Orchester spielen, so ergänzten sich Bass-, Tenor- und sogar Sopransaxofon zu einem einheitlichen Ganzen. Susanne Riedl-Komppa, Lehrerin an der Musikschule Main-Kinzig in Gelnhausen, wünscht sich nichts sehnlicher, als ein reines Saxofon-Ensemble zu schaffen und diese wunderbaren Klänge gemeinsam öfter zu hören. Unter dem Motto „Saxsation! Sensaxion!“ lud Riedl-Komppa Saxofonisten zu einem Workshop ein, bei dem der gemeinsame Klang erprobt wurde.

Susanne Riedl-Komppa, geboren 1980, schloss im Jahr 2007 ihr Lehramtsstudium für Musik und Englisch ab und studierte anschließend Instrumental- und Gesangspädagogik mit den Hauptfächern Saxofon und Klarinette. 2009 erhielt sie ihr Diplom an der Universität Frankfurt und arbeitet nun als Musiklehrerin. Während ihres Studiums spielte die leidenschaftliche Musikerin in einem reinen Saxofon-Ensemble. Dort hat sie „Blut geleckt“, wie sie im Gespräch mit dem GT verdeutlichte. Ein solches Ensemble gebe es selten, doch das Saxofon sei wie dafür gemacht. „Es ist ein so vielseitiges Instrument und man kann damit die komplette Familie in vier Stimmgruppen spielen“, erklärte sie und wies dabei auf die verschiedenen Stimmen Tenor, Bass, Alt und Sopran hin, die das Saxofon zu einem „Orchesterinstrument“ in sich machen. Riedl-Komppa hat den Wunsch, ein solches Ensemble auch in der Musikschule entstehen zu lassen. „Viele Saxofonisten hören meistens nur ihr eigenes Instrument und wissen nicht, wie es mit anderen zusammenklingt. Sie wissen nicht, wie ein Akkord oder gar eine Harmonie klingt“, ist auch Schulleiter Harry Wenz überzeugt, „die meisten haben einfach keine Möglichkeit zum Zusammenspielen, und die möchten wir ihnen hier geben“.

Um vorerst den verpflichtenden Charakter rauszuhalten, organisierte Riedl-Komppa einen Workshop, zu dem sie alle Saxofonbegeisterten einlud. Die Resonanz war überraschend gut, es meldeten sich spontan 20 Spieler an. „Ich sehe einige Gesichter, die ich kenne, und viele, die ich nicht kenne“, freute sich die Saxofonistin über die positive Resonanz. Die Schwierigkeiten bei diesem Workshop stellten aber die großen Unterschiede der Spieldauer der einzelnen Teilnehmer dar. „Wir haben Kinder dabei, die erst zwei Monate spielen und drei Noten können, nämlich g, a und h. Und wir haben Musiker dabei, die schon über zehn Jahre spielen“, erklärte Riedl-Komppa die Problematik. Doch auch hierfür ließ sich eine Lösung finden. Die Workshopleiterin suchte sich drei verschiedene Arrangements heraus, die sie nochmals überarbeitete, mit leichteren Stimmen ergänzte und ausbaute. „Ich werde die Stimmen aufteilen und hoffe so, alle zu integrieren“, verdeutlichte sie, „und ich hoffe, dass ich niemanden über- oder unterfordere“.

Das „Experiment“ begann mit Aufwärmübungen, dem Spielen der Tonleiter und eines einfachen Rhythmus‘. Anschließend wurden die Stimmen gemäß der Spieldauer verteilt, und das Ensemble legte mit dem Titelsong des Westernfilmes „Die glorreichen Sieben“ los. Auch wenn die Gruppe noch nie vorher zusammengespielt hatte, so überraschte es doch, dass es auf Anhieb funktionierte. Die „junge, dynamische und kommunikationsfreudige“ Musiklehrerin, wie sie der Schulleiter stolz darstellte, versuchte, jeden miteinzubeziehen und zeigte die Griffe für die Anfänger vor. Anschließend wurde der Workshop jazziger mit dem Stück „Hit the Road Jack“ und klang mit dem klassischen Stück „Guten Abend, gute Nacht“ aus.

Nach dem Workshop stellte sich Riedl-Komppa der Manöverkritik: Was war gut gelaufen? Was kann verbessert werden? Und die wichtigste Frage: Wollt ihr das nochmal machen? Bei Pizza wurde über die Zukunft des Ensembles entschieden und viele Saxofonisten zeigten ihr Interesse. Es hatte wirklich Spaß gemacht.

Susanne Riedl-Komppa startet ein besonderes Experiment, das sich hören lassen kann.	Foto: S. Müller

Susanne Riedl-Komppa startet ein besonderes Experiment, das sich hören lassen kann. Foto: S. Müller Vergrößern

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